Dr. Radomsky Coaching

dvct zertifizierter Coach
Da war es endlich, das Objekt seiner Träume. Es duftete nach Leder, Lack und Luxus. Während er mit seinem neuen Porsche durch die Straßen röhrte, spürte er, wie das Blut in seinen Schläfen pochte. Ein leises Lächeln schlich sich auf seine Lippen, als ihm der Audi seines Nachbarn einfiel. So fühlt sich Glück an, dachte er.

Ich sah ihn lässig hinter dem Lenkrad lehnen und fragte mich, wie lange das Hochgefühl wohl anhalten würde.

Die glücklichsten Menschen sind selten diejenigen, die Glück mit Luxusgütern und sozialen Vergleichen anstreben. Jagen wir nach immer mehr Materiellem, werden wir schnell unzufrieden. Denn was heute noch rar und exclusiv erscheint, wird morgen schon zum Auslaufmodell.

Das Glück ähnelt einer scheuen Katze. Es schleicht sich auf leisen Pfoten an, wenn wir ihm nicht hinterherjagen.

Wenn wir uns auf andere Dinge fokussieren. Doch worauf?

Glücks-Puzzle

Die Wissenschaftler der Positiven Psychologie haben mehrere Puzzle-Teilchen identifiziert, die uns ganz nebenbei glücklicher machen:

  • Positive Gefühle kultivieren, allen voran Dankbarkeit
  • Engagement, Einsatz, Flow-Gefühle
  • Beziehungen pflegen
  • Etwas tun, was uns persönlich mit Sinn erfüllt
  • Ziele erreichen
  • Achtsamkeit

All das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Bleibt die Frage: Welches dieser Puzzle-Teilchen ist über unser Leben hinweg am wirksamsten?

Spannende Ergebnisse liefert die längste Studie der Welt. Die „Adult Development Survey“ der Harvard University startete im Jahre 1939. Damals liefen die Studien-Teilnehmer noch mit aufgeschrammten Knien durch das Armenviertel oder saßen in den Hörsälen von Harvard. Seitdem begleiten Psychologen und Mediziner diese Menschen durch ihr Leben, interviewen und untersuchen sie regelmäßig.

Die Lebensverhältnisse der Studienteilnehmer sind bunt gemischt. Sie alle haben Frohes wie auch Schweres erlebt.

Robert Waldinger ist der vierte Forschungsdirektor der Harvard-Studie. In einem spannenden TED Talk berichtet er über ein Muster, das Menschen unterscheidet, die sich eher glücklich oder eher unglücklich fühlen.

Beziehungen und Glück

Soziale Beziehungen und Glück

Diejenigen, die über all die Jahre hinweg immer wieder von einem gelungenen Leben berichten, pflegen ihre sozialen Beziehungen.

Nicht irgendwelche Beziehungen, sondern intensive und unterstützende – zu einem Lebenspartner oder engen Freunden.

Wenn ich mir die Frage stelle: An wen könnte ich mich wenden, wenn ich in Schwierigkeiten wäre, fällt mir zuerst mein Liebster und dann noch eine Handvoll anderer Menschen ein. Das zu wissen, fühlt sich sicher und warm an.

Wie ist das bei Dir? Wenn Du in Not oder Schwierigkeiten wärest, auf welche(n) Menschen könntest Du Dich verlassen?

Solche Beziehungen sind keine Einbahnstraße. Sie wollen gepflegt sein – mit Zuhören, Unterstützung und kleinen Gesten über das ganze Leben hinweg.

Wenn Du magst: Mit welcher kleine Geste möchtest Du einem Deiner Lieblingsmenschen heute eine Freude machen?

Und hier der TED Talk (13 min, Englisch mit deutschen Untertiteln). Viel Spaß!

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Christine Radomsky


Wie wäre es: Wieder mehr Freude, Sinn und Erfolg in der Arbeit erleben, auch wenn du schon viele Jahre im gleichen Unternehmen arbeitest?

Dr. Christine Radomsky begeistert sich für gute Arbeit, die Menschen froh macht. ​Ihr Herz schlägt für neugierige Menschen, ihre Teams und Digitaltechnologien. Als Spurwechsel-Coach hilft sie berufserfahrenen Angestellten, sich im Beruf weiterzuentwickeln oder einen neuen Job zu finden.

Tiefe berufliche Umbrüche kennt sie aus eigenem Erleben: von der Physikerin zur Software-Ingenieurin, von der Teamleiterin zum Coach.
Für lebenserfahrene Menschen im beruflichen Umbruch, die in einer Welt schnellen Wandels erfüllter leben wollen, entwickelt sie gemeinsam mit ihrem Partner Dr. Michael Radomsky Onlinekurse zur Selbstführung.

Auf ihrem Blog unter alcudina.de/blog teilt sie Anregungen für lebenslange persönliche Entwicklung und ein sinnerfülltes Leben.
Ihr Buch "Willkommen in der Welt der Digital Natives" (Redline-Verlag 2019) führt vergnüglich durch die digitale und menschliche Arbeitswelt von heute und morgen.

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  1. Liebe Christine,
    ein wunderbarer Beitrag, fast schon schade, dass ich ihn nicht geschrieben habe 😉
    Ja, Sinnhaftigkeit, Achtsamkeit und soziale Bindungen, für mich die wichtigsten Säulen eines zufriedenen und gesunden Lebens. Zumindest ein paar Freundschaften zu pflegen sollte immer möglich sein, auch wenn ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es einem mit kleinen Kindern und Job nicht unbedingt immer leicht fällt. Glücklicherweise befinden sich oft die Freunde in ähnlichen Lebensphasen, so dass es gar nicht unbedingt um viel Zeit geht, die man miteinander verbringt, so lang man nur die Bindung und das Vertrauen aufrecht erhält.
    Vielen Dank für diesen Beitrag,
    Angelina

    1. Liebe Angelina,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich, dass Dir und mir ähnliche Themen wichtig sind: Sinnhaftigkeit, Achtsamkeit und soziale Bindungen. Auch unsere Tätigkeiten haben Berührungspunkte – wunderbar. Und ja – es kommt nicht auf den Umfang der Zeit an, die wir mit Freunden verbringen, sondern auf Vertrauen und Tiefe der Bindung.
      Herzlichst
      Christine

  2. Liebe Christine,
    ein sehr interessanter und wichtiger Artikel!
    Unsere Erfahrung in der Beratung von Paaren ist, dass Beziehungen von alleine schlechter werden. Auch das ist durch Untersuchungen belegt. Eine glückliche Beziehung zu führen ist entsprechend immer wieder mit dem Einsatz beider Partner verbunden.
    Die positive Psychologie und die von Dir zitierte Studie machen deutlich, dass sich so manche Beziehungsarbeit lohnt.
    Herzliche Grüße
    Alexander und Maren von Raum für Euch

    1. Lieber Alexander, liebe Maren,
      interessant, dass Beziehungen von Paaren von allein zur Verschlechterung tendieren. Doch es leuchtet schon ein, dass beide Seiten Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Zuwendung … investieren müssen, damit die Bindung hält und stabiler wird. Herzlichen Dank für Euren Kommentar und viel Erfolg für Eure so wichtige Arbeit!
      Herzliche Grüße
      Christine

  3. Liebe Christine,
    diesmal fordert mich Deine Antwort heraus nochmal zu antworten, ich hoffe, dass Dir das Recht ist. Ich meine nicht, dass mir andere Menschen nicht wichtig sind. Ich versuche generell Menschen zu unterstützen und freue mich über ihre Unterstützung und beides bedeutet mir sehr viel. Aber ich mag nicht auf sie nicht „bauen“, denn der einzige Mensch von dem ich sicher weiss, dass er immer da sein wird. solange ich lebe, bin ich. Den anderen gestehe ich auch die Freiheit zu, sich aus welchen Gründen auch immer an irgendeinem Punkt mit mir auseinander zu entwickeln, denn Menschen gehören einem nicht. Sie agieren und man selbst kann darauf reagieren. Man kann sie nicht festhalten. Trotzdem sind langjährige stabile Beziehungen natürlich etwas sehr schönes und ich betrachte sie als Geschenk und sicher auch als Aufgabe. Danke für Deinen Artikel, der mich angeregt hat, über dieses Thema nochmals so ausführlich nachzudenken.

    1. Liebe Sabine, aber ja! Ich freue mich, dass Dich der Artikel so zum Nachdenken und Diskutieren angeregt hat. Und ich verstehe, was Du schreibst. Dass Dir stabile langjährige Beziehungen auch wichtig sind, Du jedoch nicht auf andere Menschen „bauen“ willst. „Menschen gehören uns nicht, … man kann sie nicht festhalten“. Schön gesagt. Vielen Dank, dass Du Deine Gedanken mit uns teilst.
      Herzlichst
      Christine

  4. Liebe Christine, Du fragst: “ Wie ist das bei Dir? Wenn Du in Not oder Schwierigkeiten wärest, auf welche(n) Menschen könntest Du Dich verlassen?“. Meine Antwort darauf ist eindeutig: dieser Mensch möchte ich selbst sein und glücklich macht mich, dass ich mehr und mehr so empfinde, als könnte ich das auch. Das war nicht immer so und ich habe oft erlebt, dass es andere überfordert, einem ungefestigten Menschen Halt geben zu müssen. Eigentlich ist das fast unmöglich. Ich denke seinen Lebensgrund kann man nur in sich selbst finden und ich bin froh, dass ich über die Jahre so viel besser gelernt habe mit mir umzugehen. Meine innerer Selbstdialog ist viel positiver geworden und ich habe zu meinen eigenen Werte gefunden, die zunehmend besser zementiert sind. Kürzlich hat mich ein Video sehr berührt, dass ich hier mit den Lesern Deines Blogs teilen will. Ich weiss nicht wie oft ich es angesehen habe, es drückt für mich ganz viel über das Leben aus. Ich gebe Dir übrigens Recht, dass Beziehungen mit das Wichtigste in unserem Leben sind.
    https://www.youtube.com/watch?v=CAID_2iKO5Y

    1. Liebe Sabine, das ist ja eine spannende Antwort! Ich stimme Dir zu, dass jeder Mensch seinen Lebensgrund in sich selbst finden kann und sollte. Suchen wir unsere Stabilität in Beziehungspartnern, sind die schnell überfordert – das sehe ich wie Du. Wunderbar, dass Du immer besser mit Dir umgehen kannst, fundierte Werte gefunden hast und positiver mit Dir „sprichst“. Gleichzeitig sind wir in hohem Maße „soziale Tiere“, die Zuwendung und Unterstützung geben und sie von anderen auch benötigen, damit es uns gut geht. Und so denke ich, es braucht beides: Selbstbewusstsein & Selbstliebe UND einige wenige Menschen, auf die wir bauen können. Vielen Dank für Deinen Kommentar, der einen interessanten Aspekt aufgeworfen hat, der im Blogbeitrag so nicht vorkam.
      Herzliche Grüße
      Christine

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